Rechte Tendenzen im ländlichen Raum

Online-Vortrag am 21. April 2026

In der Veranstaltungsreihe „Rechte Tendenzen im ländlichen Raum“ findet am Dienstag, d. 21.04.2026 um 18.30 Uhr der Online-Vortrag „Wie geht’s“ statt.

Alle weiteren Informationen entnehmen Sie bitte dem beigefügten Flyer.

Elie Michelier (21.09.1926-29.11.1944)

Ein Foto weckt die Erinnerung

Heute geht es um Elie Michelier, geboren am 21.9.1926 in Entraigues-sur-la-Sorgue im Süden Frankreichs. Er starb am 29.11.1944 in Ladelund.

Immer noch melden sich Angehörige in der KZ-Gedenk- und- Begegnungsstätte auf der Suche nach Menschen, die vermutlich im KZ Ladelund ermordet wurden. Und manchmal rührt der dabei entstehende Briefwechsel zu Tränen, weil die Geschichte so zu Herzen geht. So auch in diesem Fall.

Elie Michelier gehört mit seinen damals 18 Jahren zu den jüngsten Opfern des KZ Ladelund. Seine Nichte Martine hat uns angeschrieben. Elie war 1942 mit seinem Vater Aristide zur Arbeit nach Deutschland gegangen, ob aus Zwang oder freiwillig, bleibt unklar. Vater Aristide kehrte nach dem Krieg alleine nach Frankreich zurück, die Wege von Vater und Sohn hatten sich getrennt.
Elie wurde in Ladelund ermordet. In Frankreich geblieben war der jüngere Bruder von Elie, Fernand. Dessen Tochter, die uns kontaktierte, schrieb, dass Fernand dem Vater nie vergeben habe, ohne den älteren Sohn, Elie, heimgekehrt zu sein.
Fernand lebt noch heute und ist 95 Jahre alt.

Elies Nichte Martine haben wir ein Bild von Elie aus einem französischen Archiv geschickt, dass wir bei unseren Recherchen gefunden hatten. Ihr Mann und sie haben das Foto dem 95jährigen Bruder von Elie gezeigt. In ihrer Mail schreibt sie: „…Es war ein bewegender Moment für diesen alten Mann, der nach 84 Jahren das Gesicht seines Bruders vergessen hatte…“
Das Bild hängt jetzt in der Wohnung von Fernand an der Wand mit allen anderen Familienfotos. Und Martine sollte uns schreiben: …„Sag den Leuten in Deutschland Danke. Ich habe nun Frieden und bin ruhig!“…

Solche Geschichten berühren tief und zeigen immer wieder wie wichtig die Arbeit der KZ-Gedenk- und- Begegnungsstätte ist.

Politische Andacht zur Jahreslosung: „Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu“

Am 19.02.2026 begrüßten wir die SPD-Politikerin Serpil Midyatli zur Politischen Andacht in der St. Petri Kirche in Ladelund. Bevor der Gottesdienst begann, besuchte Frau Midyatli begleitet von der Gedenkstättenleiterin Frau Dr. Katja Happe, Propst Mathias Lenz und einigen Vertreter der Kirchengemeinde die KZ-Gedenk- und Begegnungsstätte und erhielt eine informative Führung.

Im Gottesdienst hielt die Politikerin eine Ansprache zur diesjährigen Jahreslosung der Kirche „Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu“ und sprach über die aktuelle gesellschaftliche Lage und darüber, wie wichtig Demokratie, Haltung und Verantwortung im Alltag sind. Sie betonte, wie wichtig auch das Engagement der Kirchengemeinde ist, um mit der Gedenkstätte einen Ort des Gedenkens aber auch der Begegnung zu bieten. Erinnerung ist nicht nur ein Blick in die Vergangenheit, sondern soll dazu bewegen, die Demokratie zu schützen und sich gegen Rassismus, Hetze und Ausgrenzung zu stellen.

In der anschließenden Fragerunde stellten die ca. 10 anwesenden Konfirmanden besonders viele Fragen an die Rednerin.

Seminar in der Nordsee Akademie

Vergangenheit verstehen: Föhr, Christiansen und die Frage nach Verantwortung

29. bis 31. Mai 2026 in der Nordsee Akademie

Dieses Seminar widmet sich einem dunklen und lange verdrängten Kapitel der regionalen Geschichte Nordfrieslands. Im Mittelpunkt steht die Auseinandersetzung mit Friedrich Christiansen – seiner Rolle als Wehrmachtsbefehlshaber in den besetzten Niederlanden und den von ihm zu verantwortenden Kriegsverbrechen, darunter die Verschleppung von über 600 Männern in die nordfriesischen Konzentrationslager Husum-Schwesing und Ladelund.

Wir beleuchten den problematischen Umgang mit Christiansen in der Nachkriegszeit, insbesondere auf der Insel Föhr. Dabei fragen wir, wie es möglich war, dass ein verurteilter Kriegsverbrecher in seiner Heimatgemeinde jahrzehntelang als „Held“ verehrt wurde, und zeigen die Mechanismen lokaler Erinnerungskultur und Verdrängung auf.

Ein ganzer Seminartag ist einer Exkursion nach Wyk auf Föhr gewidmet: Wir besuchen historische Orte, betrachten Formen lokaler Erinnerungskultur und nehmen aktuelle Debatten in den Blick. In der Nordsee Akademie werden diese Eindrücke anschließend in Gesprächen, Inputs und Reflexionsrunden in einen größeren historischen und gesellschaftlichen Kontext eingeordnet.


Zeitraum:
29.-31.05.2026

Seminarstart am 29.05. um 17 Uhr, Seminarende am 31.05. um 13 Uhr

Ort: Nordsee Akademie Leck
Kosten: 150 € (im Einzelzimmer oder als Tagesgast inkl. Verpflegung und Exkursion)

Referent*innen: Charlotte Haugg & Philipp Cordts (Mitarbeitende der KZ-Gedenkstätte Husum-Schwesig)

Zielgruppe: Das Seminar richtet sich an alle Menschen, die sich für regionale NS-Geschichte, Erinnerungskultur und Fragen nach Verantwortung interessieren – unabhängig von Vorkenntnissen.

Anmeldung & weitere Informationen:
https://www.nordsee-akademie.de/programm/vergangenheit-verstehen-foehr-christiansen-und-die-frage-nach-verantwortung

Das Seminar wird in Kooperation mit der KZ-Gedenkstätte Husum-Schwesing und der KZ-Gedenkstätte Ladelund angeboten.

Vortrag von Ebba D. Drolshagen am 27. Januar 2026

Zu Beginn der Veranstaltung legten wir zum Gedenken an alle Opfer des Nationalsozialismus ein Blumengesteck an den Gräbern der im KZ-Ladelund getöteten Männer nieder.

Im Anschluss daran begrüßten wir die Autorin und Übersetzerin Ebba D. Drolshagen, die die ca. 25 teilnehmenden Besucher über den Umgang mit Kindern von deutschen Besatzungssoldaten nach dem Zweiten Weltkrieg informierte.

Als kleinen Dank für ihren sehr informativen Vortrag überreichten wir Frau Drolshagen einen Katalog zur Ausstellung der KZ-Gedenk- und Begegnungsstätte Ladelund und ein Glas Honig aus dem „Garten der Begegnung“.

„Politische Andacht“ am 19.02.2026

Die Kirchengemeinden Ladelund und Karlum,

der Freundeskreis St. Laurentius und die KZ-Gedenk- und Begegnungsstätte Ladelund laden gemeinsam ein zur

„Politischen Andacht“ zur Jahreslosung:

> Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu! <  (Offenbarung21,5)

am Donnerstag, den 19.02.2026 um 18.00 Uhr in der St. Petri Kirche in Ladelund

mit

Serpil Midyatli

SPD-Landes und Fraktionsvorsitzende

Die Politische Andacht ist mittlerweile zur Tradition geworden. Es werden Landespolitiker*innen aller demokratischen Parteien eingeladen, zur aktuellen Jahreslosung zu sprechen. Sie werden gebeten, keine theologische Predigt zu halten, kein Partei- und Regierungsprogramm vorzutragen, sondern ihre ganz persönlichen Gedanken zur Jahreslosung mit den Andachtsbesucher*innen zu teilen.

Für 2026 erhielten wir die Zusage von Serpil Midyatli. Als Tochter eines Kurden und einer Araberin wurde sie 1975 in Kiel geboren. Seit 2009 ist sie Mitglied des Landtages und seit 2019 neben ihren landes- und kommunalpolitischen Ämtern auch eine von fünf stellvertretenden Vorsitzenden der SPD auf Bundesebene.

Im Anschluss an die Andacht wird allen Besucher*innen die Gelegenheit gegeben, an die Rednerin Fragen zu stellen.

Vortrag zum Gedenken am 27. Januar 2026

Einladung zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus:

Vortrag am Dienstag d. 27.1.2026 in der KZ-Gedenk- und Begegnungsstätte Ladelund

Ebba D. DrolshagenAutorin und Übersetzerin

                                                                                                                

Wer die Mutter verachtet, schikaniert ihr Kind

Der Umgang mit Kindern von deutschen Besatzungssoldaten nach dem Zweiten Weltkrieg

Während des Zweiten Weltkriegs kamen im deutschbesetzten Europa hunderttausende von Kindern zur Welt, deren Vater Soldat der Wehrmacht war. Die Mütter blieben wegen dieser Beziehungen oft ein Leben lang geächtet. Für ihr bitteres Schicksal hat man sich in Deutschland ebenso wenig interessiert wie für ihre Kinder – und das, obwohl diese die Halbgeschwister der deutschen Nachkriegsgeneration sind.

18.45 Uhr – stilles Gedenken an den Gräbern der Toten des KZ Ladelund

19.00 Uhr – Vortrag und anschließend Möglichkeit zu Fragen und Diskussion

Schließzeit vom 20.12.2025 bis 12.01.2026

Liebe Interessierte,

wie in jedem Jahr hat die KZ-Gedenk- und Begegnungsstätte Ladelund über die Feiertage und um den Jahreswechsel eine längere Schließzeit. Sie beginnt am 20.12.2025 und endet am 12.01.2026. Ab Dienstag, d. 13. Januar 2026, sind wir wieder zu den gewohnten Öffnungszeiten für Sie da.

Wir wünschen allen ein schönes Weihnachtsfest und einen guten Start in das neue Jahr 2026.