Jan Kamphorst (02.04.1910-25.11.1944)

Heute stellen wir die Biografie eines Häftlings des KZ Ladelund vor. Es geht um Jan Kamphorst, geboren am 2.4.1910 in Nijkerk (NL) in der Nähe von Putten. Er starb am 25.11.1944 in Ladelund.
Jan Kamphorst war von Beruf Kaufmann, er war seit 1935 verheiratet und hatte vier Kinder. Als männlicher Einwohner von Putten (NL) gehörte er zur Gruppe derjenigen Männer, die nach dem Anschlag vom 2. Oktober 1944 verhaftet und deportiert wurden.

Immer wieder kommen Angehörige nach Ladelund, um die Gräber ihrer Lieben zu besuchen. Mittlerweile sind es nur noch selten die Kinder der Toten, sondern vielmehr Enkelkinder, Großneffen und -nichten. Wann immer Angehörige kommen, bieten wir an, die Fotos und Dokumente, die wir zu ihrem Verwandten gesammelt haben, auszudrucken oder per mail zu verschicken. Vielfach sind die Unterlagen in der Familie gar nicht bekannt!

Vor kurzem war eine Tochter von Jan Kamphorst auf dem Weg zum Urlaub in Skandinavien in der Gedenkstätte. Wie immer haben wir die Dokumente zu Jan Kamphorst ausgedruckt und der Tochter übergeben. Am Tag darauf war die Tochter mit ihrem Mann zurück in der Gedenkstätte mit der Aussage, in den Dokumenten stimme etwas nicht.
Und tatsächlich war auf einem Dokument aus dem Lager Amersfoort vermerkt, dass Jan Kamphorst am 9.3.1944 verstorben sei… Hmmm, das konnte so nicht sein, denn das KZ Ladelund bestand erst ab dem 1.11.1944 und Jan Kamphorst wurde hier, in Grab Nr. 7, am 25. oder 26.11.1944 begraben. 

Eine Nachfrage in der Gedenkstätte Amersfoort ergab, dass die Nummer 7759 auf dem Dokument nicht nur Jan Kamphorst zugeordnet werden konnte, sondern davor schon einmal vergeben worden war. Aber nicht nur die Angehörigen erfuhren Neues zu Jan Kamphorst, auch wir lernten, dass die Mutter und die Schwester von Jan Kamphorst schon im Oktober 1950, als zwei Busse aus Putten Angehörige nach Ladelund brachten, mitgefahren waren, um das Grab ihres Sohnes bzw. Bruders zu besuchen.
Dieser erste Besuch von Angehörigen aus Putten jährt sich in diesem Jahr zum 75. Mal. Seitdem besteht die Beziehung zu den Angehörigen aus Putten, aus der sich so intensive Freundschaften entwickelt haben.