Interreg-Projekt

Seit 2023 ist die KZ-Gedenk- und Begegnungsstätte Ladelund wieder an einem großen Projekt beteiligt. Nach „Mehr als Vergangenheit“ geht es diesmal um ein grenzüberschreitendes Projekt mit Gedenkstätten, Museen und Touristik-Organisationen in Dänemark und Deutschland.

„Hope and Despair“ wird von der EU gefördert. Es geht darum, Touristen und Besuchern mit verschiedenen Projekten neue Wege zu eröffnen, wie sie sich in Dänemark und Deutschland mit der Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg beschäftigen.

Es werden Touren und Routen zwischen Billund (DK) und Neuengamme (D) entwickelt. In Ladelund und einigen anderen Gedenkstätten und Museen, die Teil des Projekts sind, wird im Frühjahr 2025 eine kleine Ausstellung zu sehen sein.

Der Garten der Begegnung wurde zusammen mit Freunden aus Putten frühjahrsfit gemacht

Es war kein Aprilwetter wie in den letzten Tagen, sondern unsere Freunde aus Putten hatten für die Arbeit im Garten schönes sonniges Wetter mitgebracht!

So wurde am Samstag, dem 13. April, den ganzen Tag im Garten der Begegnung gewerkelt, gerecht und geharkt. Neue Blumen wurden gepflanzt und sogar einige Hotels für Insekten gibt es jetzt bei uns.

Das Miteinander, das Lachen und der Austausch kamen nicht zu kurz, und es wurde, wie eigentlich bei jedem Besuch aus Putten, viel gelacht.

Für das leibliche Wohl hat die KZ-Gedenk- und Begegnungsstätte mit der Unterstützung von Freunden gesorgt. Den gemeinsamen Abend bei Pizza und Gesprächen bereicherten Gudrun Jessen-Hansen und Sighart Baumgardt mit einer komödiantischen Einlage und Ulla Petersen und Michel Kooij mit Gesang!

Wir danken allen, die dabei waren und für ein schönes Wochenende gesorgt haben!

Heidag in Ladelund

Anfang März war es so weit. Wir konnten Gäste aus Putten und Neuengamme zum traditionellen Heidag begrüßen.

An diesem Tag, normalerweise im Wechsel entweder in Ladelund, Neuengamme oder in Putten, treffen sich Personen aus den drei Orten, die sich mit dem Gedenken an die Razzia in Putten im Oktober 1944 und der Erinnerungsarbeit daran beschäftigen. In diesem Jahr haben wir uns an einem herrlich sonnigen Frühlingstag in der Gedenkstätte getroffen. Da sich in diesem Jahr die Ereignisse von Putten, die Deportation so vieler Männer aus Putten in die Konzentrationslager Neuengamme und auch Ladelund und ihre Ermordung zum 80. Mal jähren, hatten wir viel Gesprächsstoff. Der Heidag dient immer dazu, sich gegenseitig über gerade laufende und zukünftige Projekte und Planungen zu informieren. Und außerdem ist es immer einfach schön, Freunde zu treffen!

Nach ausführlichen Gesprächen haben wir den Abend in den Achtruper Stuben ausklingen lassen. Den Abschluss des Heidags in Ladelund bildete der gemeinsame Besuch des Gottesdienstes am Sonntag.

Die Kirchengemeinden Ladelund und Karlum, der Freundeskreis der St. Laurentius Kirche und die KZ-Gedenk- und Begegnungsstätte laden gemeinsam ein:„Politische Andacht“ zur Jahreslosung: Alles was ihr tut, geschehe in Liebe (1.Korinther 16,14).

am
Mittwoch, den 28.02.2023, 18:00 Uhr
in der St. Petri-Kirche in Ladelund
mit
Dr. Heiner Garg (FDP)
Gesundheitsminister a.D., Mitglied des Landtages von Schleswig-Holstein

Mittlerweile ist die politische Andacht, die abwechselnd in Ladelund und Karlum stattfindet und zu der reihum Landespolitiker/innen aller demokratischer Parteien eingeladen werden, zur Tradition geworden. Die eingeladenen Personen werden gebeten, keine theologische Predigt zu halten, kein Partei- oder Regierungsprogramm vorzutragen, sondern ihre ganz persönlichen Gedanken zur Jahreslosung mit den Andachtsbesuchern/innen zu teilen. Nach Ralf Stegner (SPD) 2020, Monika Heinold (Bündnis 90/Die Grünen) 2022 und Claus Ruhe Madsen (CDU) 2023 folgt nun mit Dr. Heiner Garg ein prominenter Landespolitiker der FDP der Einladung nach Ladelund.

Dr. Garg ist seit 2000 Abgeordneter im Schleswig-Holsteinischen Landtag. Von
2009 bis 2012 im Kabinett von Peter Harry Carstensen und von 2017 bis 2022 im
Kabinett von Daniel Günther bekleidete er das Amt des Ministers für Soziales,
Gesundheit, Jugend, Familie und Senioren.
Der Tradition folgend wird den Andachtsbesuchern/innen Gelegenheit gegeben,
Fragen an den Redner zu stellen.

Demo gegen Rechts in Niebüll am 18. Februar 2024

Am Sonntag, dem 18. Februar 2024, um 14.00 findet auch in Niebüll eine Demonstration gegen Rechts, für Demokratie und für ein friedliches Miteinander statt.

Seit den ersten großen Demonstrationen verlagern sich die Aktivitäten und Meinungsäußerungen nun in immer kleinere Städte. Auch dort wird gegen einen politischen Rechtsruck und für eine offene, bunte und demokratische Gesellschaft ohne Hass und Menschenfeindlichkeit demonstriert.

Die KZ-Gedenk- und Begegnungsstätte Ladelund unterstützt diese Ziele und wird deshalb in Niebüll mit dabei sein!!

Wir würden uns mit allen anderen freuen, wenn viele Menschen in Niebüll für diese Ziele demonstrieren. Wir sollten in dieser Zeit nicht still sein und abwarten, sondern unsere Meinung zu Demokratie und gegen Rechte Tendenzen klar, laut und deutlich zum Ausdruck bringen.
Wir sehen uns vielleicht ja da!

Katja Happe

Vortrag von Anneke de Rudder zum Holocaust-Gedenktag in Ladelund

Am 27. Januar 2024 hat Anneke de Rudder von der Staatsbibliothek in Hamburg vor ca. 60 sehr interessierten Gästen einen Vortrag in der KZ-Gedenk- und Begegnungsstätte Ladelund gehalten. Sie beschäftigt sich mit den „Geschichten hinter den Dingen: Holocaust, Raub und Restitution“ und nahm die Zuhörer mit auf spannende historische Untersuchungen. Möbel, Silbergeschirr, Gemälde, Autographen und Bücher raubten die Nationalsozialisten von jüdischen oder anderen den Nationalsozialisten „unangenehmen“ Personen. Jetzt ist es die Aufgabe von Provenienzforscher*innen wie auch Anneke de Rudder, die Herkunft von „Dingen“ herauszufinden, ihre ehemaligen Besitzer zu ermitteln, im besten Fall noch lebende Angehörige zu finden und die geraubten Güter den Familien zurückzugeben.

Anhand eines Buches des jüdischen Augenarztes Dr. Richard Hessberg aus Essen vollzog Anneke de Rudder den schwierigen Weg der Erforschung von Eigentumsverhältnissen nach, bei der die Forschenden manchmal auf die Entschlüsselung schlechter Stempel oder handschriftlicher Eintragungen angewiesen sind.


Manchmal führen die langwierigen Forschungen ins Nirgendwo und es wird keine Möglichkeit gefunden, „Dinge“ zu restitutieren. Aber manchmal kommen Kontakte mit Angehörigen zustande, die ein Stück ihrer Familiengeschichte zurück erhalten – und allein schon für diese wenigen Fälle lohnt sich der Aufwand, den die Provenienzforscher*innen betreiben.

© Stabi Blog

Umso schöner ist es, dass Anneke de Rudder nur wenige Tage nach ihrem Vortrag in Ladelund den Obermayer-Award in Berlin erhielt, mit dem ihre Arbeit gewürdigt wurde. Wir gratulieren herzlich zu der Auszeichnung!!

Einladung zum Vortrag am 27. Januar 2024 in der KZ-Gedenk- und Begegnungsstätte Ladelund

Anneke de Rudder: Die Geschichten hinter den Dingen: Holocaust, Raub und Restitution

© SUB Hamburg


Spätestens seit dem aufsehenerregenden Fall Gurlitt vor einigen Jahren hört man das Wort immer mal wieder: Provenienzforschung. Bezogen auf die Zeit des Nationalsozialismus hat die Provenienzforschung das Ziel, in der NS-Zeit geraubtes oder erpresstes Kulturgut zu identifizieren und eine Rückgabe an die rechtmäßigen Eigentümer zu ermöglichen.
Anneke de Rudder arbeitet seit Jahren als Provenienzforscherin und rekonstruiert oft in detektivischer Kleinarbeit den Weg von Büchern, Kunstwerken oder Alltagsgegenständen. Und sie erzählt von den gebrochenen Biographien der zumeist als Juden verfolgten Sammler, die das NS-Regime schikanierte, ausraubte, isolierte, in die Flucht zwang oder in Vernichtungslager deportierte.
Anlässlich des Holocaust-Gedenktages wird Anneke de Rudder uns von den teils unerträglichen, teils abenteuerlichen Geschichten hinter den Dingen erzählen. Sie wird von ihrer oft sehr spannenden Recherche berichten.
Der Vortrag in der KZ-Gedenk- und Begegnungsstätte beginnt am 27.1.2024 um 19.00 Uhr. Um 18.30 treffen wir uns zu einem stillen Gedenken an den Gräbern der im KZ Ladelund ermordeten Männer.

Zehntausende demonstrieren gegen Rechts

Demo in Hamburg. Quelle: dpa – Jonas Walzberg
Demo in Hannover. Quelle: dpa

In den letzten Tagen haben in vielen deutschen Städten – Hamburg, Berlin, Flensburg, Freiburg, Hannover… – zehntausende Menschen gegen Rechts demonstriert. Sie haben ein klares, friedvolles, aber gleichzeitig ein sehr deutliches Zeichen gesetzt für Menschenwürde und die Demokratie in unserem Land.

Demo in Flensburg. Quelle: Birgitta von Gyldenfeldt – dpa
Bischöfin Nora Steen in Flensburg. Quelle: s:hz

Ein solches Zeichen ist zu einer Zeit, in der die AFD in einigen Bundesländern als gesichert Rechtsextrem eingestuft wird und in anderen Bundesländern unter der Beobachtung durch den Verfassungsschutz steht, sehr nötig. Denn nur durch die Unterstützung von angegriffenen Mitbüger*innen und dem Äußern einer klaren Haltung gegen rechte Tendenzen setzen wir ein Zeichen für Solidarität mit allen hier lebenden Menschen jeder Herkunft und jeder Religion.

Und am 27. Januar ist es Zeit, in Husum ein Zeichen zu setzen. Um 13.00 startet am Kreishaus die Demo gegen Rechts. Die KZ-Gedenk- und Begegnungsstätte Ladelund steht für die Verteidigung der Menschenwürde, Frieden und die freiheitlich demokratische Grundordnung in Deutschland.
Wir rufen deshalb jeden, der dies liest, auf, sich an der Demo in Husum zu beteiligen und die Ziele von Solidarität, Demokratie, Freiheit und einem friedlichen Miteinander zu unterstützen!

Volkstrauertag 2023 in Ladelund

Seit fast fünf Jahren bin ich in Ladelund und zum ersten Mal sah es im Vorfeld so aus, als würde das Gedenken an den Gräbern der 300 Toten des KZ Ladelund und der Ehrenmäler in Ladelund und Westre bei Regen stattfinden. Aber wir hatten Glück. Beim Gedenk-Gottesdienst wurde ich schon von einem Sonnenstrahl geblendet. Und das Gedenken an den Gräbern fand, wenn auch nicht bei Sonnenschein, so doch im Trockenen statt.

Kränze verschiedener Institutionen und Verbände vor der Legung

Wie in jedem Jahr waren viele Freunde aus den Niederlanden nach Ladelund gekommen. Wir haben uns gefreut, sie nach unserem Besuch in Putten Anfang Oktober wiederzusehen.

Nach dem Gedenken an den Gräbern und den Ehrenmälern fanden sich alle zum Aufwärmen im Pastorat ein. Das Mittagessen bei leckerer Suppe wurde von allem zu einem lebhaftem Austausch genutzt. Als Programmpunkt stand der Tausch der Gemälde von Uwe Appold an. Zudem gab es Zeit für einige kurze Grußworte.

Der lebhafte Austausch wurde bei Kaffee und Kuchen in der KZ-Gedenk- und Begegnungsstätte fortgesetzt. Zwei besondere Highlights sind für diesen Nachmittag zu erwähnen:
Karin van Steeg hatte gedruckte Originalposter vom „Ort de Verbundenheit“ aus Neuengamme mit nach Ladelund gebracht. Sie ersetzte die sechs bereits vorhandenen pdf-Ausdrucke der in Ladelund begrabenen Opfer und ergänzte vier neu gestaltete Plakate. Alle können jetzt in der KZ-Gedenk- und Begegnungsstätte betrachtet werden.


Ein weiteres Highlight des Nachmittags war der Auftritt der „Kleinkunstfreunde Ribe“, die uns schon während des internationalen Klangfestivals sehr viel Freude gemacht hatten. Sie rezitierten und sangen an diesem Nachmittag „Stimmen des Widerstands“ und fanden viele Zuhörer.

Insgesamt war es trotz des Gedenk- und Erinnerungscharakters des Tages ein schönes Zusammentreffen mit Freunden, das wir im Jahr 2024 zum 80jährigen Gedenken an das Bestehen des KZ Ladelund gerne fortsetzen.

Apfelmosten im Sturm – Wir haben es geschafft

Für Freitag, den 20.10.2023, war im Norden Sturm angekündigt – und wir hatten die mobile Fruchtpresse von Jens Holthusen (https://www.hausservice-mobile-fruchtpresse.info/) zu Gast bei der KZ-Gedenk- und Begegnungsstätte. Der Wind hat heftig geweht und es war ein kalter und nasser Morgen, aber alles ging gut.

Die mobile Fruchtpresse konnten wir auf der Raiffeisenstraße im Schutz des gegenüberliegenden Gebäudes aufstellen. Dort war sie vor dem stürmischen Ostwind gut geschützt. Und gleichzeitig war das Anliefern der Äpfel und das Abholen der Obstsaft-Kanister problemlos und einigermaßen windgeschützt per Auto oder Anhänger möglich.

Und es wurde ordentlich gemostet. Allein von Apfelbäumen neben der KZ-Gedenk- und Begegnungsstätte konnten wir zweieinhalb große Wannen voll Äpfel zum Mosten geben zusammen mit einer Apfelspende aus dem Garten von G. J.-H. Dabei sind sechs 5-l-Kanister mit leckerem Apfelsaft herausgekommen, den wir jetzt in der KZ-Gedenk- und Begegnungsstätte unseren Ehrenamtler*innen und Besuchern zum Probieren anbieten können.

Wir waren nicht die einzigen, die Äpfel mosten ließen. Immer wieder fielen neue Äpfel auf das Förderband, einige Besucher sind mit mehr als 25 Kanistern Apfelsaft nach Hause gefahren. Die Männer von der mobilen Fruchtpresse waren schnell und das Mosten ging effektiv vonstatten. Alles hat so gut geklappt, dass wir direkt einen Termin für das nächste Jahr ausgemacht haben. Am 25.10.2024 kommt die mobile Fruchtpresse wieder nach Ladelund. Also Termin schon mal vormerken! Wir hoffen auf besseres Wetter dann!!