Plötzlich wissen wir mehr …

Heute geht es um Armand Avenant Sébastien Claret, geboren am 31.12.1920 in Sales-le Chateau. Er starb am 15.11.1944 in Ladelund und wurde in Grab Nr. 4 bestattet.
Sales-le Chateau ist eine kleine Stadt im Süden Frankreichs, nahe der Grenze zu Spanien. Erst durch den Kontakt mit einem französischen Forscher sind wir darauf aufmerksam geworden, dass es in dieser Stadt eine große Straße mit dem Namen Avenue Armand Claret gibt. Dennoch war weder hier in Ladelund noch in Sales-le Chateau viel über Armand Claret bekannt. Das hat sich durch einen sehr intensiven Briefwechsel geändert.
Der französische Forscher Dominique Presse hat einen Neffen und eine Nichte von Armand Claret ausfindig gemacht und mit ihnen gesprochen. Nach seinen Hinweisen haben wir im Staatsarchiv in Nürnberg nach Akten gefragt, denn Armand Claret wurde 1943 zur Zwangsarbeit nach Deutschland eingezogen. Armand Claret taucht in den Arbeitsamtakten auf. Diese lassen jedoch keinen Schluss darauf zu, in welchem Ort Armand Claret zur Zwangsarbeit eingesetzt wurde. Was wir jedoch wissen, ist, dass Armand Claret noch in Frankreich eine Beziehung zu einer deutschen Frau unterhielt und dass dieser Beziehung ein Kind entstammte. Da solche Beziehungen verboten waren, wurde Armand Claret zur Zwangsarbeit eingezogen. Wieso er zunächst ins Gefängnis nach Nürnberg gelangte, dann in das KZ Dachau deportiert wurde und von dort in das KZ Ladelund geschickt wurde, ist unbekannt.
Kurz nach dem Krieg besuchte die Halbschwester von Armand Claret dessen Grab in Ladelund. Von diesem Besuch stammt das Foto Clarets, das die Schwester Pastor Meyer zeigte. Von dem unehelichen Sohn Clarets fehlt noch jede Spur, die Familie in Frankreich hofft, den mittlerweile über 80jährigen Mann, über verschiedene Dokumente finden zu können, um einen Kontakt herzustellen.