Heute stellen wir die Biografie des KZ-Häftlings Georg Bartels vor.
Von Georg Bartels haben wir nur das hier abgebildete Foto, wissen aber durch einen späteren Briefwechsel mit der Ehefrau und dem Sohn sowie weitere Dokumente relativ viel über seinen Lebensweg.

Georg Bartels geriet als Funktionär der Kommunistischen Partei (KPD) relativ früh in das Visier der Nationalsozialisten. Als Anhänger einer politischen Überzeugung, die von den Nationalsozialisten vehement abgelehnt wurde, verhafteten sie ihn bereits im März 1933 kurz nach ihrer Machtübernahme zum ersten Mal. Zwar wurde er im Juni 1933 wieder auf freien Fuß gesetzt, seine Leidenszeit war aber damit nicht zu Ende. Einige Jahre später, im Sommer 1944, wurde er erneut inhaftiert und im Stadtgefängnis in Stadthagen – seiner Heimatstadt – eingesperrt. Von dort wurde er im Oktober 1944 in das Gefängnis Magdeburg verlegt und gelangte dann über die Konzentrationslager Sachsenhausen und Neuengamme Anfang November 1944 nach Ladelund.
Als 23. Gefangener des KZ Ladelund starb er am 9. November 1944, vermutlich, weil er entkräftet von seinen früheren Hafterfahrungen nach Ladelund kam, und wurde von Pastor Meyer in Grab Nr. 3 beerdigt.
Sein Sohn, der das Grab seines Vaters schon im September 1945 besuchte, stellte zusammen mit seiner Mutter Lina Bartels, einen Antrag auf Exhumierung und Umbettung der Leiche nach Stadthagen. Dieser Antrag wurde im Oktober 1945 von Seiten des Amtsarztes abschlägig beschieden, weil es „nicht mehr möglich sei, eine einzelne Leiche zu identifizieren“.
Dennoch wird auch heute in Stadthagen an Georg Bartels erinnert, nach dem eine Straße benannt wurde.