Die Ausstellung „Stolen Memory“ macht Station in Ladelund

In diesem Jahr ist alles anders. Auch bei der KZ-Gedenk- und Begegnungsstätte Ladelund. Deshalb zeigen wir unsere Sommer-Ausstellung nicht wie gewohnt in Foyer und Medienraum, sondern auf dem Parkplatz der KZ-Gedenk- und Begegnungsstätte mit viel frischer Luft und der Möglichkeit, Abstand zu halten.

Die Sommerausstellung wird leider nur zwei Wochen zu sehen sein (vom 12.-25. August), aber wir hoffen auf viele Besucher, die auf dem Weg in die Gedenkstätte einen Blick in den geöffneten Container mit der Ausstellung „Stolen Memory“ werfen mögen.

Die Ausstellung im Container wird uns zur Verfügung gestellt von den Arolsen Archives. Dort wurde sie entwickelt und erstellt. Sie zeigt anhand von Biografien von im KZ ermordeten Menschen, welche „Effekten“, also Besitztümer, diesen zu Beginn ihrer Leidenszeit im KZ abgenommen wurden und die, sofern möglich, über die Arolsen Archives den Familien der Ermordeten zurückerstattet wurden.

https://stolenmemory.org/

Diese Ausstellung in Ladelund zu zeigen, liegt nahe, denn auch den Häftlingen im KZ Ladelund wurden ihre persönlichen Besitztümer geraubt. Die Familien von Frank ter Burg und Henrik Haverkamp erhielten nach dem Ende des NS-Regimes die Effekten ihrer in Ladelund ermordeten Familienmitglieder durch die Arolsen Archives zurück.

Frank ter Burg starb am 2. Dezember 1944 im KZ Ladelund
Hendrik Haverkamp starb am 29. November 1944 im KZ Ladelund

Auch von weiteren Männern, die auf dem Friedhof in Ladelund beerdigt sind, ist bekannt, dass ihnen Effekten abgenommen wurden.
Die Ausstellung „Stolen Memory“ zeigt also einen Ausschnitt der NS-Vergangenheit und ihrer Aufarbeitung, die mit den Biografien der Männer, die im KZ Ladelund arbeiten mussten und derjenigen, die in diesem KZ starben, eng verbunden ist.